Dienstag, 28. Mai 2013

Gehört der HuffPost die Zukunft?

Über die "Hufftington Post", genauer: über ihr Geschäftsmodell, habe ich mich hier ja schon öfter mal aufgeregt. Michael Bechtel aus Bad Honnef hat auch eine Meinung zur "HuffPost": Gehört dem "Anti-Geschäftsmodell für Journalismus" (Springer-Chef Döpfner) etwa die Zukunft? Verschwindet Qualitätsjournalismus in (bezahlten) Nischen? Sein HuffPost-Text ist guter Diskussionsstoff. Mit seiner freundlichen Genehmigung ... proudly presented:
 
Von MICHAEL BECHTEL
 
Michael Bechtel
lebt "seit Jahrzehnten
von Texten, Text-
Training und
Beraten" (so steht
es bei @qnbechtel
in der Twitter-Bio),
erst als politischer
Journalist, dann als
freier Autor und
Coach.
Foto von seiner
Webseite
Nun ist das endlich geklärt - die HuffPost kommt. Von erbitterten Anfeindungen über demonstrative Gelassenheit bis zu euphorischen Erwartungen reicht die Reaktionen. Ein Gratis-Angebot, das ausschließlich auf Werbung setzt – insoweit nichts Neues. Das „Anti-Geschäftsmodell für Journalismus“, giftet Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner. Damit hat er natürlich Recht.

Schließlich füllt die Huffington Post ihre Spalten neben den fast täglichen Kolumnen von Huffington selbst und einem Kernteam von Mitarbeitern mit unbezahlten Texten. Da gibt es einen kleinen Anteil Beiträge von Prominenten aus Politik, Journalismus, Wirtschaft und Unterhaltung, die diesen effizienten Weg an die Öffentlichkeit gerne nutzen. Und da ist die Masse der für die HuffPost geschriebenen Texte von Bloggern und anderen Freizeitpublizisten. Die leben mangels anderer Quellen natürlich großenteils von Informationen aus den Nachrichten und Berichten anderer Medien. Hier geschieht das, was sich ohnehin unablässig im Netz abspielt: Blogger bereiten Informationen für eine Leserschaft auf, die an holzschnittartiger Faktendarstellung und meinungsstarken Storys interessiert ist und kaum an schwer verständlichen Hintergründen.

So findet die HuffPost viele Leser

Sonntag, 26. Mai 2013

Trost auf Bayerisch

Der Champion der Herzen hat das Finale verloren, okay. Trauer ist unnötig, Trost aus Bayern - so wie ihn Super-Karikaturist Heiko Sakurai aufschnappte - sicher auch.


Mal ehrlich: Was war das für eine phantastische Saison für Borussia Dortmund! Die allermeisten Spiele der Schwarz-Gelben haben, unabhängig vom Ergebnis, einfach Spaß gemacht. Und die Stimmung im Stadion zauberte oft genug Gänsehaut. Das mussten, zumindest in der Champions League, sogar Erzfeinde anerkennen.
Karikaturen: Heiko Sakurai

Also: Nicht zu lange enttäuscht sein. Stolz sein. Und wenn schon ärgern, dann höchstens darüber, dass es bis August dauert, bis der Bundesliga-Ball wieder rollt.

Samstag, 25. Mai 2013

Dortmund gegen Bayern: Henkel müssen in den Pott!

Karikatur: Heiko Sakurau
Endlich, endlich ist es soweit. Heute gilt es: Abends steigt das so genannte "Jahrhundert-Finale". Borussia Dortmund oder Bayern München - wer liegt am Ende, am liebsten nach Verlängerung und Elfmeter-Krimi, vorn? Auf den Herren der Arroganz-Arena lastet ein selbstgewählter Druck: Sie wollen unbedingt das Triple (und deshalb nicht schon beim "Double" scheitern). Jupp Heynckes würde ich den Dreier ja gönnen, aber.. Die Borussen dagegen haben nullkommanix zu verlieren, können also als Außenseiter mit Gewinn-Chance locker und befreit aufspielen (soweit das in einem Champions-League-Finale überhaupt geht).

Heute hockt Deutschland zu Hause oder in Kneipen vorm Fernseher, in Hallen, Stadien und auf Plätzen vor Großleinwänden. Hoffentlich erfüllt das deutsche Finale die riesigen Erwartungen. Ich drücke natürlich dem BVB die Daumen. Das Ding, um das es geht, gehört ins Revier. Es heißt ja auch Henkel-Pott .. und nicht Henkel-Lederhose.

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P.S.: Was Fußball so alles möglich macht! Die Ruhr Nachrichten und die Funke-Mediengruppe planen umfangreiche aktuelle e-Sonderausgaben. Geht doch! Und die BILD ändert sogar ihr Logo...

Freitag, 24. Mai 2013

Radio Herne in Gefahr

Frank Stach, der neue Vorsitzende des DJV-Landesverbands NRW, erkennt die Methode: „Wieder wird mit fortlaufenden hohen Verlusten argumentiert, wieder ist für Außenstehende nicht erkennbar, wie der Konzern rechnet.“ Schlägt die WAZ-Axt, die inzwischen eigentlich die Funke-Axt ist, nun auch im Lokalfunk zu?
 
Radio Herne ist in Gefahr: Die Betriebsgesellschaft von Radio Herne droht damit, den Vertrag mit der Veranstaltergemeinschaft zu kündigen. Radio Herne ist einer von zehn Sendern aus dem Ruhrgebiet und dem Sauerland, die in der Funke-Konzerntochter Westfunk GmbH zusammengeschlossen sind.
 
Der DJV NRW warnt die Mediengruppe in dieser Pressemitteilung davor, sich aus der Verantwortung für Radio Herne zu ziehen: Es bleibe "rätselhaft, warum ausgerechnet dieser eine Lokalradiosender im Westfunk-Verbund derart defizitär arbeiten sollte". Die Argumentation erinnere an die Westfälische Rundschau (WR): "Auch hier hatte das Medienhaus nicht nachvollziehbare Verluste geltend gemacht." Mit der Schließung aller WR-Lokalredaktionen sei dann die erste Zombiezeitung entstanden – eine Zeitung ohne Redaktion.
 
Frank Stach fordert: „Das Print-Sparmodell darf nicht auf den Lokalfunk übergreifen.“ Er meint: "Wenn sich die Funke-Gruppe nicht besinnt, wäre es Zeit für neue Player auf dem Markt. Und zwar für solche, die Presse- und Meinungsvielfalt ernst nehmen und Lokalfunk ernsthaft betreiben wollen.“
 

Donnerstag, 23. Mai 2013

Abfindung auch für die WAZ-Vest-Freien

Abfindungen für Freie Journalisten - das gab es in der Branche noch nie. Für die Freien der Westfälischen Rundschau (Dortmund), die nach dem überstürzten Aus für alle WR-Redaktionen plötzlich vor dem Nichts standen, war dem DJV NRW nach intensiven Verhandlungen diese Premiere gelungen - siehe auch hier. Seit Anfang Mai gibt es auch die WAZ-Lokalredaktion Vest (Recklinghausen) nicht mehr - Infos hier. 

DJV-Aktion in Recklinghausen: Querlegen gegen die
Schließung der WAZ-Vest. Foto: Karlheinz Stannies
Heute meldet der DJV-Landesverband NRW in einer Rundmail: "... nicht nur die freien Mitarbeiter der Westfälischen Rundschau, die nach dem Aus der Redaktionen ohne Aufträge dastehen, können beim Verlag eine Abfindung beantragen: Der DJV-NRW-Geschäftsführerin Anja Zimmer ist es gelungen, dieses Angebot auch auf die WAZ-Freien im Vest auszuweiten. Wir haben die Betroffenen soeben in einer E-Mail über das Angebot und das damit verbundene Procedere informiert."
Es geht um 25 bis 75 Prozent eines durchschnittlichen Jahresverdienstes. Wer dieses (bis Ende Juli befristete) Angebot annimmt, verzichtet allerdings auf alle Rechte (z.B. Statusklagen). Der DJV rät: Mitglieder sollten sich vorher von der Gewerkschaft beraten lassen, Nichtmitglieder einen Rechtsanwalt befragen.

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Vieles zur WAZ-Axt gibt es hier und hier und hier..