Übrigens hat Juli vor ein paar Jahren den Klub der pottschen Bloggerinnen gegründet - und ich durfte sie dazu ausquetschen: Kennen Sie Blogowski?
Donnerstag, 25. Juni 2015
Juli beweist: Im Pott is schön!
Wenn es um das Ruhrgebiet geht, kommt keiner an Juli und ihrem Blog HeimatPOTTential vorbei. Von lecker bis locker, von hochinteressant bis einfach nur schön - da ist alles drin. Und vor allem ist da Juli drin, mit Herzblut und unerschütterlicher Überzeugung. Sie schreibt, knipst, filmt und hüpft gegen die ganzen Klischee vom Pott. Sie sagt: "Ruhrpott ist ein Gefühl - und zwar ein gutes." Und bietet jedem an: "Du kannst das ganze Universum haben, aber das Ruhrgebiet kriege ich." Anderthalb Jahre drehte die junge Dame kreuz und quer im Revier Video-Schnipsel - und fügte sie jetzt zu einem Film gegen das miese Image zusammen: "...ein Gegenbeweisvideo ,und ich würde mich RIESIG freuen, wenn Ihr es über Eure Kanäle teilt, um mit Blick auf genau diese Birnis Unwissenden ein anständiges "Im Pott is schön!"-Zeichen zu setzen. HA!" Alles klar, Juli, da teile ich doch mit:
Übrigens hat Juli vor ein paar Jahren den Klub der pottschen Bloggerinnen gegründet - und ich durfte sie dazu ausquetschen: Kennen Sie Blogowski?
Übrigens hat Juli vor ein paar Jahren den Klub der pottschen Bloggerinnen gegründet - und ich durfte sie dazu ausquetschen: Kennen Sie Blogowski?
Dienstag, 23. Juni 2015
Muschi statt Mutti - Sommerszenen in Medialand
„Instant articles“ sind ein Segen.
Julian hat schon wieder acht Sekunden Lebenszeit gespart, weil
Facebook jetzt Artikel nicht mehr zu den lahmen Webseiten der
Medienhäuser verlinkt, sondern gleich selbst anzeigt. Acht Sekunden!
„Das läppert sich“, meint auch Katharina.
Endlich! Springer feiert den Pulitzer-Preis. Für das Aufklärer-Stück „Zehn Kampagnen für ein Halleluja“. Es hatte sich gelohnt, die Huffington Post zu kaufen.
Der Freie spricht mit dem Gewerkschaftsanwalt: „Die meisten Klicks für meine Texte kommen jetzt über Facebook. Da müssten die Verleger doch mehr Honorar zahlen, oder?“ Beide weinen lange in den Wein.
Google schenkt Verlagen 150 Millionen Euro, zur Förderung digitaler Nachrichten: "Wir werden Hand in Hand arbeiten". Heißt übersetzt: Wir hatten noch was in der Portokasse, und die verzweifelten Burschen fingen an zu nerven.
Der Amazon-Chef schickt den Lesern der von ihm gekauften Washington Post jetzt nicht mehr nur maßgeschneiderte Anzeigen in die App, sondern auch zu ihren Wünschen passende Texte. Ja, Service wird groß geschrieben.
Facebook ändert die Algorithmen für die schnell löslichen Artikel. Katzen-Inhalt hat ja auch wirklich viel mehr Klicks als Polit-Texte. Muschi statt Mutti. Die Medienhäuser ändern ihre Zulieferung. Schließlich geht es ums Überleben.
Rückschlag für Springers Döpfner. Er gehört laut Huff-Post nicht mehr zu den zehn größten Medienbossen auf Erden. Für die neue Welt-Nummer eins ändert man in Rio gerade den Namen des felsigen Wahrzeichens – in Zuckerberg.
Kaum haben sich die Verleger in „instant articles“ verliebt („Keine Mehrkosten, nur Zusatzgewinne, hurra“), da kürzt Facebook plötzlich ihre Anzeigenerlöse. Empörte Manager: „Zusagen nicht einhalten, einfach immer weniger zahlen – die behandeln uns ja wie wir unsere Leute.“
Julian nimmt sich, mit dem Smartphone in der Hand, richtig Zeit für einen Gang zum Klo. Mit den zehn Artikeln zum Frühstück hatte er dank Facebook ja achtzig Sekunden gespart.
Endlich! Springer feiert den Pulitzer-Preis. Für das Aufklärer-Stück „Zehn Kampagnen für ein Halleluja“. Es hatte sich gelohnt, die Huffington Post zu kaufen.
Der Freie spricht mit dem Gewerkschaftsanwalt: „Die meisten Klicks für meine Texte kommen jetzt über Facebook. Da müssten die Verleger doch mehr Honorar zahlen, oder?“ Beide weinen lange in den Wein.
Google schenkt Verlagen 150 Millionen Euro, zur Förderung digitaler Nachrichten: "Wir werden Hand in Hand arbeiten". Heißt übersetzt: Wir hatten noch was in der Portokasse, und die verzweifelten Burschen fingen an zu nerven.
Der Amazon-Chef schickt den Lesern der von ihm gekauften Washington Post jetzt nicht mehr nur maßgeschneiderte Anzeigen in die App, sondern auch zu ihren Wünschen passende Texte. Ja, Service wird groß geschrieben.
Facebook ändert die Algorithmen für die schnell löslichen Artikel. Katzen-Inhalt hat ja auch wirklich viel mehr Klicks als Polit-Texte. Muschi statt Mutti. Die Medienhäuser ändern ihre Zulieferung. Schließlich geht es ums Überleben.
Rückschlag für Springers Döpfner. Er gehört laut Huff-Post nicht mehr zu den zehn größten Medienbossen auf Erden. Für die neue Welt-Nummer eins ändert man in Rio gerade den Namen des felsigen Wahrzeichens – in Zuckerberg.
Kaum haben sich die Verleger in „instant articles“ verliebt („Keine Mehrkosten, nur Zusatzgewinne, hurra“), da kürzt Facebook plötzlich ihre Anzeigenerlöse. Empörte Manager: „Zusagen nicht einhalten, einfach immer weniger zahlen – die behandeln uns ja wie wir unsere Leute.“
Julian nimmt sich, mit dem Smartphone in der Hand, richtig Zeit für einen Gang zum Klo. Mit den zehn Artikeln zum Frühstück hatte er dank Facebook ja achtzig Sekunden gespart.
Donnerstag, 16. April 2015
Klopp geht: Fahrt ihn um den Borsigplatz!
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| Kein Langeweiler, stets engagiert: Jürgen Klopp Karikatur: Heiko Sakurai |
Das reißt eine Lücke. Deshalb ist es so schade, dass er geht. Wenn ich auch die Gründe nachvollziehen kann. Nach einiger Zeit verschwindet so mancher Zauber halt.
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| Karikatur: Heiko Sakurai |
Über Karikaturen, Texte und Fotos hat der BVB, hat Klopp auch auf mein Blog Einfluss gehabt. Ein paar von den Zeichnungen darf man deshalb ruhig nochmal bringen.
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| Manchmal waren auch die Schalker beeindruckt Karikatur: Heiko Sakurai |
Nachtrag: Diese Kooperation zwischen Verlag und Verein war auch der Grund dafür, dass sich ausgerechnet der BVB damals nicht am Protest gegen die plötzliche Schließung der Westfälischen Rundschau-Redaktionen und den Abbau von Meinungsvielfalt im Dortmunder Raum beteiligte - eine der wenigen Fehler der ansonsten sympathischen Vereinsführung.
Montag, 13. April 2015
Netzwerken lernen im Ehrenamt
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| Timo Stoppacher ist Freier Journalist, Sachbuchautor und Dozent |
Von TIMO STOPPACHER
Als ich Journalismus studiert habe (2003 bis 2007), war die Medienkrise schon im Gange. Besser geworden ist es seitdem nicht, weshalb ich das Wort Krise nicht passend finde. Denn Krise bedeutet, dass es irgendwann wieder besser wird. Ich weiß nicht, ob es jemals wieder besser werden wird. Stattdessen ist schon jetzt vieles anders geworden. Statt Krise finde ich Begriffe wie Wandel oder Transformation sinnvoller.
In meinem Studium kam die Krise nicht vor. Oder man könnte sagen, die Wirklichkeit kam nicht vor. Wie der Arbeitsmarkt aussah, darüber haben wir nicht gesprochen. Stattdessen haben wir unter künstlichen Bedingungen Nachrichten gemacht, viele nette Texte geschrieben und uns in unseren Diplomarbeiten Themen gewidmet, die irgendwie wissenschaftlich waren. Themen wie Selbstständigkeit, Selbstvermarktung oder Netzwerken zur Jobsuche waren nicht auf der Tagesordnung.
Fast zehn Jahre weiter hat sich daran kaum etwas geändert. Weder an meiner Alma Mater, noch an vielen andere Ausbildungsstätten. Und so werden weiterhin jedes Jahr viele Journalisten „produziert“, die zwar ihr Handwerk beherrschen, aber mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben werden, auf die sie keiner vorbereitet hat. Ich gebe mein Bestes, junge Menschen auf die Realität vorzubereiten. Ich unterrichte an zwei Fachhochschulen und erzähle jedem Studenten, egal ob er es wissen will oder nicht, dass seine Chancen auf eine Festanstellung ziemlich gering sind. Irgendjemand muss es ihnen sagen.
Als eine Kölner Schülerin neulich twitterte, dass sie
Samstag, 4. April 2015
Wir retten den Journalismus: Widerstand ist zwecklos
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| Die Rettung naht Karikatur: Karlheinz Stannies |
Seit kurzem gab es wieder diese Livestreams, bei denen man kleine eklige Aufgaben erfüllen musste. Ich bin mal eben die Zukunft des Journalismus und so. Gerade lief der Kampf der Krautreporter gegen die Prinzessinnenreporter. Die Mädels machten sich über die Krauter nur lustig: „Wir planen ein Abo nur für Kommentare – da muss man die Artikel nicht lesen. Hach, wir sind schon ganz aus dem Schlösschen.“
Mir kam das ganze Netz-Camp vor wie eine riesige Dschungel-Spielwiese, auf der alle mal was ausprobieren. Schwester Inge nahm mich zur Seite, flüsterte: „Die meisten ahnen gar nicht, dass dies hier eigentlich ein Medien-Hospital ist. Wir gaukeln allen den Live-Auftritt nur vor. Aber pssst.“
Gellende Schreie zerrissen die Stille: „Hilfe, die Handys sind weg!“ Das waren die MoJos, mobile Journalisten, bei der Entwöhnung. Nebenan stöberten Journalismus-Retter unbeirrt durch gewaltige Big-Data-Haufen. Irgendeiner rief immer mal: „Hey, Crowd, ich habe eine Idee. Fundiere mich.“ Jedes Mal, wenn eine dieser scheuen Stiftungen auftauchte, sprangen alle hinterher: „Wir überleben, wenn wir steuerlich absetzbar sind.“ Enthemmt grinsende Medienmanager hüpften um uns herum. „Vorsicht“, warnte Schwester Inge, „die wollen unbedingt betriebsbedingt sündigen.“
Plötzlich standen Karsten und Franzi vor mir: „Wir müssen an die Zukunft denken, deshalb haben wir jetzt das Besser Online Reporter Kollektiv gegründet. Kurz: BORK.“ Und ihr Schlachtruf wäre, legte Franzi mit nachgeahmter Star-Trek-Stimme nach: „Wir sind BORK. Ergebt Euch, Ihr Offliner. Ihr werdet alle sozialmedialisiert. Widerstand ist zwecklos.“
Ihre Augen flackerten. Schwester Inge lächelte nachsichtig, gab uns allen die Medikamente und tätschelte unsere Köpfe. Ich wollte gerade den erlösenden Satz rufen, da begann das Mittel zu wirken.
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