Donnerstag, 9. Januar 2014

Funke-Gruppe: Nienhaus wird gegangen

Christian Nienhaus soll vor Ablauf seines Vertrages gehen. Der Vorsitzende des NRW-Zeitungsverleger-Verbandes und Manager der Funke-(früher WAZ-)Gruppe hatte schon Springer nicht gerade freiwillig verlassen. Nun wollen ihn also auch die Funke-Besitzer loswerden. Angeblich gibt es Differenzen in Sachen Ankauf der Springer-Titel.

Modell erfolgreich ausgehöhlt:
Der eine ist schon weg, der andere bald
Karikatur: Karlheinz Stannies
Nienhaus steht in Essen für den Abbau von Hunderten von journalistischen Arbeitsplätzen, für die dutzendfache Schließung von Redaktionen, für die Erfindung einer Zeitung aus Fremdinhalten ohne eigene Redakteure. Und er stand wie kaum ein anderer für die Diskrepanz zwischen Sonntagsreden und Montagstun. Lokales ist die Zukunft; ja, deshalb haben wir es auch fast kaputtgespart.

DJV-Vorsitzender Michael Konken fand deutliche Worte. Er forderte die Gesellschafter der Funke-Mediengruppe auf, den frei werdenden Chefposten von Christian Nienhaus mit einer kompetenten Verlegerpersönlichkeit neu zu besetzen: „Die zahlreichen Journalistinnen und Journalisten, die für die Funke-Mediengruppe arbeiten, haben eine verantwortungsbewusste und kompetente Führung verdient, die einen ehrlichen publizistischen Anspruch mitbringt.“ Funke solle den Chefwechsel zum Anlass nehmen, fordert Konken, "den seit Jahren praktizierten exzessiven Sparkurs zu verlassen und wieder in journalistische Qualität zu investieren".

Konkens Klartext: „Wer ein Zeitungshaus wie einen Ramschladen führt, mit der WR einen Zombie als Zeitung anbietet und die Nähe zum Leser aufgibt, darf sich nicht wundern, wenn sich Leser und Anzeigenkunden mit Schaudern abwenden.“

Angeblich haben die Gesellschafter der Funke-Gruppe bereits einen Nachfolger. Bülend Ürük berichtet auf newsroom so. Der Pottblog dokumentiert hier eine Erklärung der Funke-Besitzer.

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