Freitag, 5. Dezember 2014

In unserer kleinen Welt im Sauerland

Stefan Aschauer-
Hundt - etwas zu ihm
und seinem Team
findet man hier,
ein Video hier.
Stefan Aschauer-Hundt habe ich beim Bloggertag in Hagen zum ersten Mal getroffen. Stefan ist eingefleischter Lokalredakteur, macht das Süderländer Tageblatt. Ein Käseblatt, mag sein. Aber eines, das Journalisten-Preise kassiert. Stefan erhielt z.B. den Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung - und das gleich zweimal. Für ihn und die Redaktion hagelte es geradezu Preise für Geschichtsaufarbeiten, Wirtschaftsthemen, Leser-Blatt-Bindung. Immer noch Käseblatt? Ich bat Stefan, mal etwas über die kleine Welt des Süderländers zu schreiben. Tat er prompt, danke - proudly presented:

Von STEFAN ASCHAUER-HUNDT

Da schreibt Charly so treffend über den Bloggertag „Nur guter Journalismus zählt – egal wo“ – und damit meint er ganz gewiss, dass es ihm nicht darum geht, ob die Arbeit gebloggt oder gedruckt wird. Recht hat er, der Charly … und ich möchte hinzufügen, dass wir den Ort, an dem „guter“ Journalismus stattfindet, erweitern könnten: „Guter Journalismus“ ist möglich auf allen Kanälen und an jedem regionalen Standort, auch und gerade auf dem Land.
 
Ob unser Journalismus „guter Journalismus“ ist, wagen wir nicht zu beurteilen. Wir strengen uns aber an, jeden Tag etwas Gescheites abzuliefern, damit wir damit vor den Lesern bestehen können und uns morgens in den Spiegel zu schauen trauen.
 
Wir, das sind die Redakteure und Volontäre des Süderländer Tageblatt in Plettenberg am südlichsten Zipfel des Märkischen Kreises, direkt an der Grenze zum Kreis Olpe. Der Zeitungsverlag ist der kleinste in NRW; er ist ein reiner Familienbetrieb. Derzeit sind wir acht Redakteure und – je nachdem – ein oder zwei Volontäre. Eine ziemlich eingeschworene Gemeinschaft, die aus der Stadt Plettenberg (rd. 26.000 Einwohner), der Gemeinde Herscheid (rd. 7.500 Einwohner) und aus dem Umland berichtet. Je nach Materialanfall bauen wir zwischen acht und 20 Lokalseiten (Stadt, Gemeinde, Umland, Lokalsport, lokale Anzeigenseiten.
 
Käseblatt? Na klar, das sagt man hier ebenso neckend wie liebevoll. Oder einfach nur „das Süderländer“. Heimatzeitung eben, die die Bürger und die Region begleitet, die sich darin versteht, den Menschen eine Stimme zu geben und auf örtlicher Ebene mal erklärend, mal regulierend, mal moderierend einzugreift. „Vierte Gewalt“ wäre ein viel zu großer Begriff dafür. Vielleicht sind wir der bewährte Freund in guten und in schlechten Tagen, in frohen und in dunklen Stunden. Wir nehmen uns nicht zu wichtig, aber tun unser Ding nach bestem Wissen und Gewissen.
 
Zu 95 Prozent arbeiten wir auf Papier; die Printauflage ist maßgebend. 6.000 Zeitungen stecken wir pro Tag in die Briefkästen bzw. gehen über die Theke. Klar: Es gibt uns auch online und es gibt uns als e-paper. Am Online-Auftritt, der zugegebenermaßen in die Jahre gekommen ist, basteln wir gerade. Die vierte Fortentwicklung unserer homepage wird kommen, und es wird auch eine Bezahlfunktion mit Richard Gutjahrs „Laterpay“ geben. Irgendwann in 2015 sind wir am Start. In facebook machen wir inzwischen eine ganze Menge: schließlich haben sich etliche Stammtische von der Kneipe in die digitalen Welten verlagert. Ob man das alles jetzt „bloggen“ oder „onlinen“ nennen möchte, ist uns einigermaßen egal.
 
Wir versuchen, wie Charly das nennt, einfach „guten Journalismus“ zu machen für unsere kleine Welt im Sauerland. Und aus der grüßen wir alle Mitleser ganz herzlich. Ansonsten gilt: Wer uns mal auf ´ne Tasse Kaffee besuchen möchte, ist herzlich willkommen. Reden wir eine Runde über Journalismus.
 
PS: Gerade hat der freundliche Herr Schmidt von der Barmer zum Nikolaustag ein Tablett Brötchen reingereicht. Heute gibt’s also Kaffee und Gebäck. So ist sie, unsere kleine Welt. Wie schön.
 
 

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