Freitag, 12. Juli 2013

Westfälische Rundschau kommt ins Museum

Dieses Transparent kommt ins Museum.
So eine Art Dauerleihgabe des DJV NRW.
Der Kampf um die Westfälische Rundschau kommt ins Museum. Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig (einer der drei Standorte der Stiftung Haus der Geschichte, ein anderer ist Bonn) bereitet gerade eine Ausstellung zur Geschichte der Medien in der Bundesrepublik von 1945 bis zur Gegenwart vor. Ein Thema wird die aktuelle Zeitungskrise sein. Das Schließung der Redaktion der Westfälischen Rundschau, die mittlerweile eher Westfälische Restschau heißen müsste, steht symbolisch für diesen Wandel. In diesem Zusammenhang suchen die Ausstellungsmacher nach aussagekräftigen Gegenständen und Geschichten, die das Ende der Westfälischen Rundschau dokumentieren. Der DJV NRW steuert u.a. sein Transparent "Wir trauern um die lokale Meinungs- und Medienvielfalt" bei, das bei mehreren Aktionen und Demonstrationen im Einsatz war. Gezeigt werden sollen u.a. der Trauerflor vom niedergelegten Kranz, eine Trauerkarte, die letzte echte WR, die zensierte Ausgabe vom Januar.
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Weil wir gerade bei der WR sind: Etwas mehr Geld für die Gefeuerten hat der Betriebsrat der Westfälischen Rundschau erstritten. "Die sozialdemokratische Medienholding, die ddvg, will mit einem sechsstelligen Betrag jetzt den ehemaligen Beschäftigten der Westfälischen Rundschau (WR) unter die Arme greifen, damit deren knappes Budget für Qualifizierungen und Fortbildungen aufgebessert werden kann." Das meldet das Gewerkschaftsblog Medienmoral NRW hier. Die SPD-Holding hatte ihren 13,1-Prozent-Anteil am inzwischen redaktionslose Zeitungsverlag Westfalen im März für 16 Millionen Euro an die Funke-Mediengruppe verkauft - und war damit eigentlich formal aus dem Schneider. "Aus Respekt vor der langen Tradition unserer Beteiligung und aus Respekt gegenüber der jahrelangen treuen Mitarbeit der Kolleginnen und Kollegen" habe die ddvg nun trotzdem etwas Geld locker gemacht, laut Medienmoral "für Angebote während der Kündigungsfrist (Transfer-Agentur) und für Qualifizierungen in den Transfergesellschaften". Übrigens, damit keine falschen Hoffnungen auftauchen: Es ist ein gerade mal "sechsstelliger Betrag"... aber immerhin.

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