Montag, 4. Februar 2013

Porträtfotos: Universalsprache Gesicht

Sie schreibt Photographin mit zweimal "ph". Meine liebe Kollegin Heike Rost ist eine tolle Doppel-"ph". Neben Licht und Landschaften haben es ihr vor allem Porträts angetan. Gesichter. Warum, das erklärte sie kürzlich in ihrem Blog so:

Porträt von Martha Argerich 2009, Foto: Heike Rost
Von HEIKE ROST

“We only have one universal language and that’s the human face. Look at the next strange face you see and behind those eyes there is a whole life.”

Eines meiner Lieblingszitate aus der Geschichte der Photographie ist diese Aussage der amerikanischen Dokumentarphotographin Dorothea Lange. In einer Debatte erklärte mir kürzlich eine Kollegin: “Wie langweilig – diesen alten Mist will doch keiner mehr hören, das ist doch alles völlig überholt!” Sie meinte das völlig ernst; ich habe ihr widersprochen, aus Überzeugung. Denn wer sich mit Photographie beschäftigt, mit Gestaltung und Bildsprache, muss mehr kennen als nur Funktionsweisen von Kameras und Rechnern. Zur Tiefe und Überzeugungskraft von Bildern gehört für mich – untrennbar – der Rückblick in die Geschichte der Photographie.

Der Umgang mit Licht und Schatten ist nur eine winzige Facette, ein Druck auf den Auslöser und der Sekundenbruchteil der Belichtung sind bloße Technik.

Viel wichtiger sind die Photographen, deren Persönlichkeit, Haltung und individuelle Sichtweisen existenziell sind und damit bloße Abbilder von Realität zu denjenigen Bildern machen, die uns ärgern, zum Lachen oder Weinen bringen, bewegen und berühren.

Die fabelhafte Heike Rost
- von mir vor Jahren mal montiert

Und was die universelle Sprache angeht: Dazu gehören auch die Linien und Falten in einem Gesicht. Sie erzählen Geschichten von Humor, Liebe, Ängsten und Scheitern, eine komplette Biographie. Mit Toleranz, Respekt und Blick auf den individuellen Menschen ist das eine zutiefst humanistische Perspektive. Und Grund, warum ich Porträtphotographin bin.


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