Donnerstag, 17. Januar 2013

Guten Morgen. Leer.

Guten Morgen - aus gegebenem Anlass einfallslos. So steht es heute auf der Seite 2 der Westfälischen Rundschau. Dort, wo sonst immer die kleine lustige Glosse, der humorige Seitenhieb aufs Leben steht, findet man heute nur ein paar erklärende Zeilen. Ansonsten weißes Papier. Der in Kürze geschlossenen WR-Redaktion sei partout nichts eingefallen... Verständlich.
Das Foto oben stammt aus dem Blog absprung von WR-Redakteurin Angelika Beuter, in dem sie sehr persönlich und sehr eindringlich ihre Gefühle vor, während und nach dem verkündeten Aus für die Redaktionen der Westfälischen Rundschau schildert. In einem Beitrag schreibt sie: „Man braucht einen strukturierten Alltag“, habe ich in einer Reportage über Langzeitarbeitslose mal ganz schlau geschrieben. Was man für einen Unfug plappert, wenn man nicht weiß, wie sich etwas anfühlt. Was soll die Struktur, wenn es keinen Grund gibt, sich aufzuraffen, anzuziehen, aufzubrezeln." Einatmen, ausatmen, die Krone zurecht rücken, weiter laufen - unbedingt lesen! Mitfühlen, mitempören. Mitratlossein. Mit...

Das Foto links stammt von Hermann Henkel und beweist: Auch die WAZ-Redaktion ließ die Glosse aus Solidarität weiß. Im kurzen Text steht: "Heute ist kein Tag für Spaß. ... Sicherheit war einmal. Der Redaktion ist sehr komisch zumute." Das Foto wird auf der von DJV und verdi getragenen Seite rundschau-retten dokumentiert. Dort finden sich Nachrichten, Links, Infos und die Möglichkeit zu einer Solidaritätsbekundung. Dort erfährt man auch, dass den WR-Lokalausgaben die Berichterstattung über die Westfälische Rundschau verboten wurde - angeblich "aus übergeordnetem Interesse". So mussten sie z.B. Pressekonferenzen des DGB vor Ort über die Redaktionsschließungen und die Medienvielfalt in den Kommunen verschweigen. Seiten mit Solidaritätsadressen blieben ungedruckt.

Auf rundschau-retten sind bereits einige Solidaritätsadressen zu finden. Von dort stammt auch die nebenstehende treffende Zeichnung von Michael Hüter, Bochum.

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