Samstag, 22. Dezember 2012

Durchhalten, Mädels und Jungs!


Manni kam ziemlich frustriert zurück von der Betriebsversammlung. Seit die Lokalredaktion so drastisch verkleinert wurde, kann immer höchstens einer dorthin. Manni hatte diesmal das kurze Streichholz gezogen. "Na", fragten wir, "wie war es?"

"Ach, wie immer", stöhnte er. "Der Betriebsrat meint, wir werden uns noch alle krank malochen. Weil wir so wenige sind. Und deshalb so viele Überstunden machen müssen und freie Tage nicht nehmen können. Und weil der Job wegen der Arbeitsverdichtung und der neuen Medien so stressig geworden ist. Und weil es nervt, wenn man gute Geschichten machen möchte, aber die Seiten nur noch abfüllen kann."

Stimmt, das war alles nicht neu für uns. Und wie hat der Chef darauf reagiert? ...
"Der sagte, Arbeitsverdichtung und so weiter, das sei heutzutage überall so, da wären wir keine Ausnahme. Auch die Onliner seien übel dran. Alles in unserem Berufsleben sei eben im Wandel, und in anderen Verlagen wäre vieles noch schlimmer."

Wir fühlten sofort den tiefen Trost, den dieser Mann vermitteln kann. Es geht halt nichts über gute Argumente und sensible Motivation. Manni schlürfte am Kaffee. "Und dann hat der Chef noch gesagt, er sei überzeugt: Wir schaffen das schon. Irgendwie."

Durchhalten, Mädels und Jungs! Eigentlich hatten wir ja auf mehr Personal vor Ort gehofft statt auf Parolen von oben.

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